MIAM Musikinstitut Anna Möllers


Unterricht für Kinder, Jugendliche & Erwachsene

Suzuki - Methode (Violine)

 

Die Suzuki-Methode / Muttersprachenmethode ist eine besondere Form des Instrumentalunterrichts, deren Begründer der japanische Musikpädagoge Dr. Shinichi Suzuki ist.

Gruppenunterricht

Diese Methode basiert auf einem ganz natürlichen Geschehen, dem Erlernen der Muttersprache. Dieser Prozess findet tagtäglich statt und demonstriert auf eindrucksvolle Weise die außerordentliche Lernfähigkeit von Kleinkindern.

Heute bestätigt die Wissenschaft, dass bereits Fünfjährige unbewusst grammatikalische Kenntnisse besitzen, die komplexer sind, als jedes Lehrbuch sie aufweist. Wenn allerdings die Verschaltung der Nervenzellen nicht zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, kann Versäumtes kaum noch nachgeholt werden.

Jedes Kind ist lernfähig

Liebe Eltern, Ihr Kind hat das Sprechen gelernt, weil Sie ihm die Möglichkeit dazu gegeben haben. Wenn ein Kind von Geburt an von musikalischen Klängen und Anregungen umgeben ist, es später ermutigt wird, sich aktiv mit Musik und einem Musikinstrument zu beschäftigen und kleinste Erfolge mit Lob und Begeisterung bestätigt werden, so entwickeln sich Freude an der Musik, Selbstvertrauen und Lerneifer meist von selbst. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entfaltung von musikalischen Fähigkeiten geschaffen.

Früher Beginn

Einzelunterricht: früher Beginn ab 3 Jahren

Es ist eine bewiesene Tatsache, dass ein Kind in keinem Alter so schnell, so intensiv und in so einem großen Umfang lernt wie im Vorschulalter. Die in dieser Entwicklungsphase gesammelten Erfahrungen wirken sich prägend auf sein weiteres Leben aus. Die Muttersprachenmethode ist liebevoll und konsequent auf die lernpsychologischen Möglichkeiten von kleinen Kindern abgestimmt. Deshalb ist ein Unterrichtsbeginn schon mit drei oder vier Jahren möglich. 

Der Kontakt mit guter Musik kann aber nicht früh genug einsetzen. Bereits in der vorgeburtlichen Phase wirkt der Einfluss von friedvollen und empfindsamen Klängen harmonisierend auf das werdende Wesen.

Verzicht auf das Notenlesen in der Anfangsphase

Suzuki-Lehrerin bemüht sich um jedes Kind

Ein wesentliches Merkmal der Muttersprachenmethode ist der Verzicht auf Noten während der ersten Unterrichtszeit (wie bei der Sprache: erst sprechen, dann lesen und schreiben). Beim Musizieren stehen die Schulung des Gehörs, die Konzentration auf den Rhythmus und die Intonation, die Geigenhaltung, der Bewegungsablauf beim Spielen, der Klang und der musikalische Ausdruck im Vordergrund. So gehen die elementaren Zusammenhänge zwischen Hören, Vorstellen, Fühlen und Spielen unmittelbar und ganz natürlich ineinander über. Von Anfang an erlebt Ihr Kind die Musik als lebendiges Ganzes und muss sie sich nicht analytisch erarbeiten.

Im Unterricht wird das Kind von Beginn an spielerisch auf die Notenschrift vorbereitet, so dass es später ohne große Hürden fließend zum Notenlesen übergehen kann.

Hören, Beobachten und Nachahmen

Dr. Shinichi Suzuki

Ihr Kind sollte sich täglich die CD der Violinschule anhören. So prägt sich von Anfang an ein qualitativ guter Klang, ein klarer Rhythmus, die richtige Intonation, musikalische Gestaltungsmöglichkeiten und vieles mehr ein. Denken Sie immer an das Prinzip des Sprechenlernens. Ohne regelmäßiges Hören wäre das Erlernen der Muttersprache nicht möglich. Die CD kann auch manchmal im Hintergrund laufen. Ihr Kind braucht nicht immer aufmerksam zuzuhören, sondern kann dabei anderen Beschäftigungen nachgehen wie Spielen, Baden, Frühstücken oder im Auto mitfahren. 

Vorschulkinder besitzen eine erstaunliche Begabung, vieles Gehörte und Gesehene nachzuahmen. Sie erfassen vom Lehrer klein gehaltene Aufgaben sehr schnell und können sich die dafür nötigen Bewegungsabläufe mit dem Instrument leicht einprägen.

Individuelles Lerntempo

Jedes Kind bestimmt sein Lerntempo durch seine Konzentrationsspanne und seine Leistungsbereitschaft selbst. Genau wie beim Sprechen- oder Laufenlernen bekam Ihr Kind sicherlich niemals einen Zeitdruck. Somit konnte es sich frei und selbstsicher entwickeln. Bei der Suzuki-Methode wird nie mit Druck gearbeitet, sondern sehr viel Wert darauf gelegt, dass das Kind mit Herz und Gespür lernen darf - so wie es in der Natur des kindlichen Lernens liegt. Durch diese Lernmethode prägt sich das Erlernte ganz natürlich ein und wird fest in den Fähigkeiten der Kinder verankert.

Ermutigung

lustige Gruppenstunde

Sparen Sie nicht mit Lob, denn alle, die schon einmal versucht haben, schöne Töne aus einer Geige hervorzulocken, wissen, wie schwer das ist. Suzuki lobte seine Schüler immer nach dem Spiel. Er erklärte, dass zuerst die Bemühung zähle und dann erst das Resultat. Sein Standardsatz lautete: "Sehr gut! Kannst du das denn noch besser?" Er betonte immer wieder, dass die Eltern versuchen sollten, so entspannt und ruhig wie möglich mit ihren Kindern zu arbeiten, denn Ruhe und frohe Konzentration würde sich in ihren Kindern widerspiegeln.

Wiederholung und Verinnerlichung

Die Kinder wiederholen regelmäßig alle bisher erlernten Übungen und Stücke - so wie auch beim Sprechenlernen immer der gesamte Wortschatz benutzt wird und nicht nur das zuletzt erlernte Wort. Das gesamte Repertoire wird ständig vergrößert, aber gleichzeitig auch verfeinert und vertieft. Die konsequente Verbesserung bereits erlernter Inhalte einerseits und die Einübung der nächsten musikalischen Schritte andererseits treiben die natürlichen Lernvorgänge unmerklich und selbstständig vorwärts.

Zudem bereitet es den Kindern eine unermessliche Freude, jederzeit bereit zu sein, gemeinsam mit Freunden die geliebten Stücke spielen zu können - sei es spontan in der Gruppenstunde oder zu Hause beim Besuch der kleinen "Kollegen". Dadurch können die Gruppenstunden vom Lehrer jederzeit bunt gestaltet werden. Auch das Wissen über sein stabiles Können gibt dem Kind ein großes Selbstvertrauen und schönes Selbstwertgefühl.

Suzuki brachte die Auswirkungen dieses Lernvorganges auf eine kurze Formel: "Können erzeugt weiteres Können."

Einzel- und Gruppenunterricht

freundliche Atmosphäre in der Gruppenstunde

Der wöchentlich stattfindende Einzelunterricht wird durch den Gruppenunterricht ergänzt. Während im Einzelunterricht meist ruhig und konzentriert gearbeitet wird, geht es anfangs im Gruppenunterricht häufig etwas lebhafter zu. Dort werden Bewegungs-, Konzentrations- und Reaktionsspiele gemacht, die zum einen die motorischen Fähigkeiten des Kindes gezielt ausbilden sollen, zum anderen Auflockerung und Spaß in den Unterricht bringen. Dies hilft den Kindern auch zu lernen, länger durchhalten zu können, da sie stets die Unterstützung der Gruppe spüren. Besonders für die kleinen Schüler ist es wichtig, dass der Unterricht abwechslungsreich, lehrreich und unterhaltsam zugleich ist.

Das regelmäßige Zusammenspiel hat eine starke motivierende Wirkung. Der Gruppenunterricht ist ein Termin, auf den sich die Kinder oft schon die ganze Woche lang freuen, denn sie treffen dort ihre Freunde wieder, mit denen sie gemeinsam eine spannende Zeit erleben, an die sie sich ihr Leben lang gerne erinnern werden.

Zudem ist es bekannt, dass Kinder, die bereits im Kleinkindalter in Gruppen spielen und arbeiten, weitaus besser auf die sozialen Anforderungen in der Schule vorbereitet sind.

Aktive Elternmitarbeit

Mama übt mit ihrem Kind im Garten

Sie als Eltern sind die besten Spezialisten für kindgemäßes Lernen, denn Sie haben Ihrem Kind erfolgreich das Sprechen beigebracht. Wenn Sie nun auch den Zugang zur Musik vermitteln wollen, dann sollten Sie folgende Ratschläge beachten:

Ein Elternteil nimmt in den ersten Jahren am Unterricht teil, um dem Kind beim häuslichen Üben gut helfen zu können. Sehr zu empfehlen ist es, wenn ein Elternteil das Instrument parallel erlernt, um sich noch besser in ihr Kind hineinfühlen zu können. Das ermöglicht den Eltern ein noch größeres Verständnis für die Leistung ihres kleinen Kindes.

Üben Sie täglich mit Ihrem Kind, auch wenn an einigen Tagen die Übeeinheit nur ganz kurz ausfallen kann. Das Üben sollte möglichst immer zur selben Zeit stattfinden und gut im Tagesablauf platziert sein.

Nehmen Sie sich genügend Zeit und vermeiden Sie so weit wie möglich Störungen während der Übezeit durch Telefonate, Freunde und Familienangehörige. Ihr Kind freut sich, wenn Sie ihm Zuwendung und uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenken und genießt diese Zeit, die voll und ganz nur ihm gehört.

Die Konzentration auf einen einzigen Punkt zu lenken, ist der erste und wichtigste Schritt, den Ihr Kind zu lernen hat. Wer dies nicht schafft, wird sein Leben lang unter der eigenen Sprunghaftigkeit leiden. Schwierige Dinge können nur glücken, wenn man sich voll und ganz darum bemüht. Selbst wenn mehrere Bereiche zu verbessern sind, sollte nie versucht werden, an allen Problemen gleichzeitig zu arbeiten, sondern nacheinander. Ansonsten wäre jeder kleine Anfänger mit dem Instrument schnell überfordert und entmutigt.

Eine harmonische musikalische Entwicklung benötigt Konsequenz, die mit Ermutigung gepaart ist. Sie sollten die Absicht, Ihrem Kind die Welt der Musik nahe zu bringen, genau so beharrlich verfolgen, wie Sie es in anderen Bereichen (z.B. Erziehung zur Sauberkeit und Einhaltung von regelmäßigen Mahl- und Schlafzeiten) getan haben. Meist gehört aber zur Entwicklung, dass nicht immer alles glatt verläuft. Verlieren Sie deshalb nicht den Mut. Wichtig ist es, ein Ziel langfristig zu verfolgen.

Aquarell von Dr. S. Suzuki: "Der Mensch wird durch seine Umwelt geformt."

Bieten Sie Ihrem Kind eine fördernde Umwelt! Liebe Eltern, eine ganz wesentliche Bedeutung hat Ihre eigene Verbindung zur Musik. Kann Ihr Kind diese über Sie, über Ihre innere Anteilnahme und Begeisterung für die Musik ganz lebendig erfahren? So wird das Schaffen einer anregenden musikalischen Umwelt nicht nur für Ihr Kind zur Freude:

- spielen Sie Ihrem Kind regelmäßig wertvolle Musik vor (entweder selbst oder vom Band)

- nehmen Sie es häufig in Unterrichtsveranstaltungen von anderen Kinder mit

- gehen Sie mit Ihrem Kind zu Schülervorspielen, Workshops und Konzerten

Veranstalten Sie kleine improvisierte Hauskonzerte für Ihre Verwandten und Bekannten oder für den anderen Elternteil, der nicht regelmäßig am Unterricht teilnehmen kann. Nur mit Ihrer Unterstützung kann Ihr Kind schon im jungen Alter die Welt der Musik kennenlernen. Sie sollten sein Leben bereichern und außerdem in ihm eine Ahnung von Ordnung, Harmonie und Schönheit entwickeln.

Konzerte und Workshops

buntes Faschingskonzert

Alles was Kinder anspornt, mit Freude weiterzuüben, wird in die bunte Palette des Suzuki-Unterrichts einbezogen. Besonders die intensive Vorbereitung von Konzerten nimmt da einen wichtigen Platz ein. Auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten, beispielsweise beim Mitwirken eines geliebten Gruppenstücks oder eines Solo-Konzerts, hat vielen Kindern immer wieder einen neuen Motivationsschub gegeben.

Solo-Vorspiele, die für jüngere Schüler mehrmals im Jahr veranstaltet werden, gehören zum festen Bestandteil des Unterrichtsangebotes. "Vorspielangst" ist für Suzuki-Schüler meist ein Fremdwort. Es ist immer wieder beeindruckend, wie sicher und mit wie viel Selbstvertrauen sie auf die Bühne gehen und mit Freude und großer Ausstrahlung ihre Musikstücke darbieten. Dieser unbezahlbare Erfahrungsschatz kann sogar in nichtmusikalischen Bereichen von großem Nutzen sein. Selbst noch als Jugendliche oder Erwachsene werden sie darauf vertrauen können, dass sie in der Lage sind, aufregende und wichtige Situationen - beispielsweise Prüfungen - mit angemessener Vorbereitung souverän zu bewältigen und ihnen deshalb ohne übermäßig große Sorgen und Versagensängste entgegensehen zu können. Sie haben von Kindheit an geübt, Freude an Leistung und Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Das macht sie in der Regel unabhängiger und sicherer. Außerdem sind sie bei größeren Belastungen meist weniger druckempfindlich als andere Menschen.

Bei den überregional und international stattfindenden Veranstaltungen / Workshops treffen sich Familien und Lehrer zu gemeinsamen musikalischen Aktivitäten. Hier steht die Freude am Musizieren im Vordergrund. Diese Treffen sind immer ein ganz besonderes Erlebnis für die Kleinen. Sie können dort sehr leicht neue Freundschaften knüpfen, da alle Suzuki-Schüler gemeinsam das gleiche Repertoire an Stücken spielen können. Außerdem treffen die Kinder auf neue liebe Lehrer, die jedes Mal viele bunte Spiele mitbringen.

Förderung der Persönlichkeit

Jedes Kind ist etwas ganz Besonderes!

Suzukis pädagogisches Konzept ist nicht nur als musikalischer Bildungsweg zu verstehen. Das Kind soll durch das Medium Musik in seiner ganzen Persönlichkeit gefördert werden. Suzuki war fest davon überzeugt, dass jedes Kind begabt ist und gefördert werden sollte. 

Die Schwerpunkte liegen in der Einübung sozialen Verhaltens in der Gruppe sowie in der Entwicklung und Stärkung des Vertrauens in die eigene Leistungsfähigkeiteiner aktiven Lebenshaltungvon Selbstdisziplinvon Konzentration und Gedächtnisdes Schönheitssinnesder Sensibilisierung für Kunst und des geistig-seelischen Bereiches.

Übrigens lautet eine der am häufigsten gestellten Fragen: "Soll ich meinem Kind schon so früh die Möglichkeit geben, ein Instrument zu erlernen, obwohl es noch zu jung scheint, um sich selbst dafür entscheiden zu können?" Suzukis Antwort darauf lautete: "Haben Sie Ihr Kind gefragt, ob es sprechen lernen möchte? Alles, was gepflegt wird, entfaltet sich auch. Wecken und fördern Sie die musikalischen Kräfte Ihres Kindes und zeigen Sie ihm diese wunderbare Welt. Sie ist ein Schatz für das ganze Leben."

"Musik wirkt unmittelbar auf die Sinne des Menschen, setzt Gefühle frei, vermittelt Freude, weckt schöpferische Kräfte. Musik verbindet Menschen miteinander und vermittelt Gemeinschaftserlebnisse." Dr. Shinichi Suzuki